Blogbeitrag Messe IFAT - PFAS und andere Spurenstoffe.

PFAS, Phosphor, Energie – warum effiziente Biologie jetzt der Schlüssel ist

Die IFAT Munich 2026 rückt die kommunalen Wasserfragen in den Mittelpunkt: PFAS und andere Spurenstoffe, die Umsetzung der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie, Phosphorrecycling, Energieeffizienz sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen stehen ganz oben auf der Agenda. Für Betreiber von Kläranlagen zeichnet sich ab, dass die kommende Dekade von Investitionsentscheidungen geprägt sein wird, die die Anlagen bis 2045 prägen.

  • Ein Schwerpunktthema sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die als „Ewigkeitschemikalien“ gelten, weil sie in der Umwelt extrem beständig sind. Parallel dazu gewinnen klassische Nährstoffthemen an Bedeutung: Phosphor gilt als kritischer Rohstoff, dessen Rückgewinnung politisch gefordert wird, während zugleich strengere Grenzwerte für Stickstoff und Phosphor aus Kläranlagen greifen. Viele Fachbeiträge und Aussteller auf der IFAT 2026 adressieren daher Verfahren zur Nährstoffrückgewinnung und zur weitergehenden Spurenstoffelimination.

    Gleichzeitig ist der Druck hoch, Energieverbräuche zu senken. Die Kommunalabwasserrichtlinie sieht vor, dass der Abwassersektor bis 2045 energieneutral werden soll – eine enorme Herausforderung, da Kläranlagen heute zu den größten kommunalen Stromverbrauchern gehören. Modernisierungen müssen deshalb immer beides berücksichtigen: die Einhaltung der neuen Grenzwerte und die langfristige Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf Energie- und Betriebskosten.

    Die DWA weist in ihrem Leistungsnachweis darauf hin, dass zwar viele Anlagen im Mittel die künftigen Grenzwerte bereits erreichen, aber insbesondere mittelgroße und große Anlagen mit hohen Stickstofffrachten noch deutlich nachrüsten müssen. Bei manchen dieser Anlagen reichen die heutigen Konzepte nicht aus, um gleichzeitig Konzentrationsgrenzwerte und Mindestabbauraten einzuhalten, wenn die neuen Vorgaben greifen.

  • Für Betreiber bedeutet das: Bevor in neue Großtechnik wie vierte Reinigungsstufen oder PFAS-spezifische Lösungen investiert wird, lohnt sich der Blick auf die Effizienz der bestehenden Biologie. Verfahren zur biologischen Optimierung, die N- und P-Elimination verbessern, den Sauerstoffbedarf senken und die Prozessstabilität erhöhen, schaffen den notwendigen Spielraum. Sie reduzieren Betriebskosten, verbessern die CO₂-Bilanz und bilden ein robustes Fundament für alle weiteren Ausbaustufen – genau die Kombination, die auf der IFAT 2026 in vielen Vorträgen und Projekten sichtbar wird.




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